Pilotprojekt Bad Dürkheim

Im Rahmen des Pilotprojektes konnte gezeigt werden, dass sich die geprüften"Biomülltüten" bei der Kompostierung innerhalb von 3 Wochen praktisch vollständig zersetzen. Negative Auswirkungen auf den Rotteprozess oder die Kompostqualität wurden unter den in der Kompostanlage Grünstadt gegebenen Rahmenbedingungen nicht festgestellt. Eine Übertragung der Ergebnisse des Projektes auf andere Werkstoffe, Produkte, Sammelgebiete oder Kompostanlagen ist aus Sicht der BGK aber nicht möglich:

  • Aufbereitungstechniken und Dauer der Bioabfallbehandlung variierten je nach Baumuster der Kompostierung stark. Es kann daher keineswegs davon ausgegangen werden, dass sich die für Bad Dürkheim festgestellten Ergebnisse auch bei anderen Konstellationen bestätigen.
  • Im Zuge der Förderung der erneuerbaren Energien werden Bioabfälle zunehmend in Vergärungsanlagen behandelt. Auf diese Verfahren sind die Ergebnisse des Pilotprojektes ebenfalls nicht übertragbar.
  • Die Ergebnisse des Projektes gelten ausschließlich für die untersuchten Bioabfalltüten in der verwendeten Wandstärke und nicht für den verwendeten Werkstoff selbst, d.h. aus diesem Werkstoff hergestellte andere Produkte wie Verpackungen oder Tüten mit z.B. stärkeren Wandungen.

Vor diesem Hintergrund bleibt die bereits in 2009 von der BGK ausgesprochene Empfehlung bestehen, dass der Einsatz von Biokunststoff-Tüten bei der getrennten Sammlung von Bioabfällen nur dort erfolgen sollte, wo dies zwischen der für die Sammlung zuständigen Kommune und dem Betreiber der jeweiligen Bioabfallanlage abgestimmt ist. Im Pilotprojekt Bad Dürkheim war diese Abstimmung erfolgt. Nur so kann davon ausgegangen werden, dass keine Stoffe oder Produkte in die Kompostierung gelangen, die später als auffällige Folienschnipsel die Qualität des Fertigkompostes beeinträchtigen. Diese Auffassung teilen auch Vertreter der BASF, mit denen die BGK nach ausführlichen Gesprächen bereits in 2010 darin übereingestimmt hat, dass eine generelle Zuweisung von BAW zum Erfassungssystem Biotonne nicht zielführend sei. Dies gelte auch unabhängig von der Zertifizierung von BAW als kompostierbar. Dem steht nicht entgegen, dass BAW-basierte Tüten zur Sauberhaltung von Biotonnen und Vorsortiergefäßen geeignet sein können, die Akzeptanz der getrennten Sammlung von Bioabfällen aus Haushaltungen zu unterstützen, so die damals gefasste gemeinsame Schlussfolgerung.