Unter Teilnahme von Landrat Thomas Hendele wurdeim Gesellschafterkreis am 06.12.2013 die Wiederinbetriebnahme der Kompostierungsanlage in Ratingen-Lintorf gefeiert.

Landrat Hendele lobte die schnelle Wiederaufbauarbeit und vor allem, dass die Kommunen und Bürger so gut wie nichts vom langen Stillstand mitbekommen haben.

Aufgrund eines technischen Defekts kam es am 13.11.2012 zu einem Großbrand in der Kompostierungsanlage Ratingen-Lintorf. In dieser Anlage werden sämtliche Abfälle aus der Biotonne aus der Region Düsseldorf / Kreis Mettmann verwertet und zu wertvollem Qualitätskompost mit RAL-Gütezeichen verarbeitet. Bei diesem Großbrand wurden nicht nur Teile des Gebäudes zerstört, sondern auch die komplette Maschinentechnik, die der Aufbereitung der biologischen Stoffe zu Endprodukten diente.

KDM-Geschäftsführer Dietmar Steinhaus erläuterte die Schritte und den Ablauf des Wiederaufbaus.

Mit einer für ein Jahr befristeten Genehmigung für Annahme und Umschlag der Bioabfälle konnte eine Situation geschaffen werden in der die Kunden der KDM (insbesondere die kreisangehörigen Städte, die AWISTA GmbH sowie Garten- und Landschaftsbauer und Privatanlieferer) unbeeinträchtigt weiterhin ihre Bio- sowie Garten- und Parkabfälle in Ratingen-Lintorf anliefern konnten.

In einem vom Brand weitgehend verschonten Hallenbereich wurde mit Genehmigung durch den Kreis Mettmann ein Provisorium errichtet, das es ermöglichte, den Umschlag der Abfälle auch aus Sicht des Immissionsschutzes ordnungsgemäß durchzuführen.

Die gesamte Hallenluft dieses Provisoriums wurde durch eine leistungsstarke Absaugung und effiziente Filtrierung durch ein Biofiltersystem in Containerbauweise gereinigt, sodass die umliegende Bevölkerung keine Gerüche wahrnehmen konnte.

Auf der Grundlage eines verbesserten Brandschutzkonzeptes wurden die durch den Brand zerstörten Teile der Kompostierungsanlage inzwischen wieder aufgebaut. Selbstverständlich erfüllt die Anlage auch alle immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen.

Im Bereich des Gebäudes wurden in der Dachkonstruktion von 61 Betonbindern 15 Binder erneuert, von der Dachfläche von insgesamt 12.000 Quadratmetern wurden 4.700 Quadratmeter erneuert.

Die Maschinentechnik - und hier insbesondere die Aufbereitungstechnik - wurde komplett nach aktuellen Erkenntnissen neu aufgebaut.

Da die KDM in den letzten Jahren neben der Kompostierung von biologischen Abfällen auch verschiedene Brennstoffe für Biomasseheizungsanlagen herstellt, wurde die neu beschaffte Siebtechnik auf beide Geschäftszweige ausgerichtet.

In den letzten Jahren hat die KDM im Unternehmensverbund ca.55.000 t/a Qualitätskompost und etwa 12.000 t/a Brennstoffe für Biomasseheizkraftwerke und Holzhackschnitzelheizungen hergestellt.

Die KDM ist bei einem großen Industrieversicherer gegen den Brandschaden und die Betriebsunterbrechung versichert. Bei der Abwicklung des Gesamtschadens sind und waren zahlreiche Gutachter für die Bereiche Gebäude, Maschinentechnik, Ausfallschaden durch Betriebsunterbrechung, Brandschutz, Brandschadenbeseitigung, Arbeitsschutz etc. beteiligt. Die Abwicklung des Brandschadens erfolgte zwischen allen Beteiligten außerordentlich konstruktiv.

Die neu aufgebaute Kompostierungsanlage befindet sich noch in einer sogenannten Warmlaufphase. Die Abstimmung der einzelnen Anlagenkomponenten ist aber soweit fortgeschritten, dass seit Mitte November die Bioabfälle aus dem Kreisgebiet und der Landeshauptstadt Düsseldorf wieder uneingeschränkt angenommen werden können.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass zur Jahreswende die Anlagentechnik und Anlagensteuerung komplett abgestimmt und fertiggestellt werden.